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Die Entstehung von Siris Reise oder Wo ist der Weg zur Ewigkeit?

Siris Reise im Sand

Die Entstehung von „Siri Reise“ ist eine Geschichte der Begegnungen: Begegnungen mit Menschen, die mich auf meiner Reise durch das Leben tief berührt haben. Begegnungen mit Situationen und Umständen, die in mir die unterschiedlichsten Fragestellungen hervorriefen – sei es aus dem sozio-kulturellen Bereich oder zum ökologischen Gleichgewicht des Lebens, zur Astronomie, zu Religion und Philosophie.

In der Begegnung mit mir entdeckte ich schon sehr früh die Möglichkeit, den Entwicklungsprozess zu meiner eigenen Lebensphilosophie auf unterschiedliche Weise im schöpferischen Handeln zum Ausdruck kommen zu lassen. Daraus entwickelten sich künstlerische Aktivitäten, die mich auch als Mutter im Umgang mit meinen Kindern und in meiner Arbeit als Pädagogin prägten.

Vor einigen Jahren kam ich zum Verein für Verwaiste Eltern und Geschwister Bremen e. V., um trauernde Eltern und Geschwister professionell in Gruppen und bei Trauerseminaren zu begleiten.

Ich engagiere mich auch auf Vorstandsebene – „Tod und Trauer“ wird gesellschafts- und kulturpolitisch noch immer ausgegrenzt. Insbesondere beim Tod von Kindern werden Eltern und Geschwister vor unvorstellbare Lebensumstände gestellt, die durch Reaktionen eines verunsicherten sozialen Umfelds oftmals noch verstärkt werden. So kämpfe ich für einen öffentlichen Blick auf die besondere Situation der Familien, die mit dem Tod eines Kindes konfrontiert sind.

In meinen Begegnungen mit trauernden Eltern nehme ich immer wieder die Fragen wahr: „Warum mein Kind?“ „Warum muss ich weiterleben?“ „Wo ist mein Kind?“, und immer auch die Versuche, Antworten zu finden, oft in Bildern und Symbolen: Als Regenbogen, Schmetterlinge, Engel oder Sterne werden die Kinder oft in ihrer „veränderten Existenz“ oder als an einem Ort, an dem sie jetzt sind, empfunden.

In meiner Vorstandsarbeit bin ich an der Gestaltung der Gottesdienste für die verstorbenen und getöteten Kinder beteiligt. Ich suchte vergeblich nach einem Lied, das sich mit dem Tod von Kindern und den Empfindungen der trauernden Eltern auseinandersetzt. Aus allen zuvor genannten Erfahrungen heraus entstand mein Wunsch, ein Lied für die Eltern zu schreiben, die um ein Kind trauern: Das ihre Gefühle und Fragen widerspiegelt, auch das Umfeld einbezieht – und die Möglichkeit einer Lebensperspektive anbietet. Ich schrieb ich das Lied „ So weit vor deiner Zeit“ und begegnete dem Kantor Hauke Scholten, der das Lied mit dem Jugendchor der der ev.-ref- Kirchengemeinde Neuenkirchen und Rekum „Die Lerchen“ im Gedenkgottesdienst 2007 das erste Mal in der Öffentlichkeit intonierte.

Zusammen entwickelten wir das Liedprojekt „ So weit vor deiner Zeit“, das zum Kirchentag 2009 als CD mit Begleitbuch erscheint.

Aus unseren Begegnungen und in der inspirierenden Zusammenarbeit mit den Jugendlichen heraus war irgendwann klar: Wir bringen gemeinsam ein Musik- und Tanztheater zum Kirchentag 2009 auf die Bühne – ein seit langem gehegter Wunsch von Hauke Scholten und seinem Freund Alexander Hauer, dem Bremer Schauspieler und Choreografen. Und recht schnell war klar: Wir schicken eine kleine Seele auf die Reise, die die Ewigkeit sucht und weiteren Seelenwesen begegnet. Ziel sollte der Ginkgo-Baum sein, der ihnen ihre Fragen beantworten sollte. 

Siri war geboren und brachte mich zu der spannendsten Begegnung mit mir selbst!

Während des Schreibens merkte ich, wie alle Anteile meiner Persönlichkeit im Dialog miteinander standen: Mein Weltwissen verband sich mit meinen philosophischen Fragestellungen. Dazu kamen, als eine weitere Dimension, die Erfahrungen aus den tiefen menschlichen Begegnungen: Der Liebe zu meinen Kindern und der Liebe zum Leben überhaupt! Die Bilder und Symbole aus der Arbeit mit den trauernden Eltern und Geschwistern verbanden sich mit meinen eigenen Trauererfahrungen und den – auch hier im schöpferischen Prozess sichtbar gewordenen – inneren Bildern.

Der ausschlaggebende Impuls, die Geschichte in dieser besonderen Art zu schreiben, war mein Leitgedanke, wie die „Lerchen“ die Dialoge szenisch und tänzerisch umsetzen würden. So begegneten mir beim Schreiben ständig die Jugendlichen – das war eine weitere höchst inspirative Erfahrung, die Siri in die vorliegende Form gebracht hat.

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